Kapellen im Pfarrgebiet Immenstadt  
     
   Gottesackerkapelle St. Georg

Zu Ehren seines Namenspatrons stiftete der Freiherr Georg von Königsegg-Rothenfels 1619 diese Kapelle. Der heutige Altar ist der Heiligen Jungfrau Maria, dem hl. Sebastian und dem hl. Rochus geweiht. Vom ursprünglichen Zustand der Kapelle im Renaissancestil blieb in folge mehrerer Umbauten nur wenig erhalten. 1801/02 wurde die Kapelle größtenteils durch die heimischen Künstler C. Dornach (Marmoraltar, Sandsteinfiguren Georg und Florian) und L. Glötzle (Gemälde) neu erbaut und ausgestattet. Der Innenraum der Kapelle stellt ein wohldurchdachtes Bildprogramm dar. An den Wänden des Schiffes in Stuckprofilrahmen lassen sich vier biblische Szenen betrachten. Adam und Eva im Paradies, die Opferung Isaaks, die Anbetung der Hirten und die Kreuzigung. In der Chorbewölbung befindet sich die Auferweckung der Tochter des Jairus. Bis zum II. Vatikanischen Konzil befand sich die vielbesuchte Statue des ruhenden Heilands am Hochaltar, welche infolge der neuen Liturgie aus der Kapelle entfernt wurde und heute in der Pfarrkirche St. Nikolaus bewundert werden kann.

 
     
     
  Hölzerne Kapelle

Einst flohen die Stadtbewohner vor der Pest sowie vor den Schweden und erbauten in der Nähe der Möserbrücke eine Siedlung mit einer Kapelle aus Stein (1632). Die gemauerte Kapelle in der die hl. Anna und der hl. Joachim verehrt wurden, stand bis 1800. Unweit dieser Kapelle wurde im 18. Jahrhundert eine Holzkapelle errichtet, die 1745 zum ersten Mal erwähnt wurde.                Im 19. Jahrhundert erbaute man eine neue, genannt „Hölzerne Kapelle", die dem Schutzpatron der Hirten und Tiere, Wendelin, geweiht ist. Zur Ausstattung gehörten die spätgotischen Figuren der hll. Sebastian und Rochus, welche jetzt in der Pfarrkirche von Immenstadt aufgestellt sind. Heute befinden sich im Inneren eine Holzfigur und Votivbilder des hl. Wendelin.

 
     
     
 

Josefskapelle Neumummen

Unter der Herrschaft des Grafen Leopold Wilhelm von Königsegg-Rothenfels wurde die Kapelle 1683 zu Ehren des hl. Josef errichtet. Sie gehörte damals zu einem Leprosenspital. Das von Johann Baptist Herz gemalte Altarbild aus dem 18. Jahrhundert zeigt einen kniend sterbenden  hl. Josef, den Christus seinem himmlischen Vater empfiehlt. Die ursprünglichen Barockfiguren wurden in die Spitalkapelle in die Kemptener Straße übertragen.

 
     
     
 

Kapelle-Kalvarienberg

 
  Kalvarienbergkapelle

Diese Kapelle wurde im frühen 18. Jahrhundert als offene Andachtstätte zum Abschluss der Kreuzwegstationen errichtet. Auf dem Kalvarienberg fand 1703 ein feierlicher Gottesdienst statt, währenddessen die Kapelle vermutlich eingeweiht wurde. Seit diesem Datum wird jedes Jahr am 14. September das fest der Kreuzerhöhung zelebriert. Die bis dahin offene Kapelle wurde 1858 durch einen hölzernen Erweiterungsbau geschlossen. 1890 erhielt sie ihren heutigen Dachreiter und im selben Jahr stiftete ein Steiner Bürger eine neue Glocke. Im Inneren der Kapelle befindet sich eine monumentale Kreuzigungsgruppe aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die von Xaver Glötzle gemalten Kreuzwegbilder wurden durch Bilder von Ludwig Caspar Weiß ersetzt. Im Jahr 1929 wurden die Stationen nochmals erneuert und mit Reliefs in Majolika ausgestattet.

 

     
     
  Kloster der Franziskanerinnen Maria Stern

1910 wurden die Hauskapelle und das gesamte Schulhaus eingeweiht. Die Kapelle, die der Gottesmutter Maria geweiht ist, hatte einen neugotischen, vom Kapuzinerkloster geliehenen Altar. 1939 wurde die Schule von den Faschisten beschlagnahmt und die Schwestern nach Augsburg zurückgeschickt. Das Gebäude kaufte die Stadt Immenstadt und richtete eine Städtische Oberschule ein. Der Kapellenraum wurde von den Nazis als „germanischer Ahnensaal" benutzt. 1945 gab die Stadt Immenstadt das Schulhaus dem Kloster zurück. 1946 erteilte die amerikanische Militärregierung die Genehmigung zur Wiedereröffnung der Mädchen-Mittelschule und der Oberschule als Gymnasium.
Die Balken im inneren der Kapelle stammen aus der NS-Zeit. Von besonderem Reiz ist die Tabernakeltüre, die auf 16 quadratischen, lapislazuli-blauen Feldern in Stegemail das Leben Mariens darstellt. Die Statue neben dem Altar ist um 1500 entstanden und zeigt Maria als Mutter, Magd und Königin.

 
     
     
  Krankenhauskapelle

Die Kapelle des Krankenhauses wurde 1968 erbaut und zu Ehren der hll. Vinzenz und Paul geweiht. Beachtenswert ist das barocke Gemälde am Kapelleneingang. Im Empfangsraum fällt ein Hochrelief von Ludwig Huber (Oberammergau) auf, das eine Prozessionsgruppe darstellt.
Im Innenraum befinden sich des Weiteren Kunstwerke aus Bronze (Madonna, Tabernakelstele, Osterleuchter in Form eines Lammes) und ein Wandteppich mit Szenen aus dem Passionsgeschehen. Im Altar sind Reliquien der Märtyrerin Christina eingelassen.

 
     
     
  Maxensruh-Kapelle

1819 wurde die ehemalige Wachsbleiche des Klosters Ottobeuren als Wohnhaus von Graf Maximilian von Königsegg-Rothenfels mit einem prachtvollen Garten („Maxens Ruhe") umgebaut, in dem ein Klausnerhäuschen stand, das mit einem künstlichen Einsiedler besetzt war. 1855/56 wurde die neugotische Kapelle umgestaltet und zu Ehren der hll. Antonius von Padua und Hubertus geweiht. 1939 wurde das neue, von J. Schulte gemalte Altarbild eingesetzt. Dank einer umfangreichen Sanierung in den 1970er und 1980er Jahren konnte die Kapelle vor dem Verfall gerettet werden.

 
     
     
  Ölbergkapelle

1760 erbaute die Angst-Christi-Bruderschaft diese kleine Kapelle zu Ehren des leidenden Heilands. Im Lauf des 19. und des 20. Jahrhunderts wurde das Innere und Äußere der Kapelle mehrfach verändert, sodass wenig vom ursprünglichen Zustand geblieben ist.
In der Kapelle befindet sich eine Tuffsteingrotte, in die der kniende Christus und vier Jünger gefügt sind. Darunter sind die vier Evangelisten zu betrachten.

 
     
     
     
  Kapellen im Pfarrgebiet Bühl  
     
     
  Kapelle St. Cyprian und Cornelius in Gschwend

1948 wurde die heutige Holzkapelle zu Ehren der hll. Cornelius und Cyprian nach Abbruch der alten Kapelle an einer weiter westlich gelegenen Stelle neu erbaut. Im Zuge dieses Neubaus wurde der aus Ratholz stammende Altar mit dem Gemälde „Tempelgang der Heiligen Familie" beseitigt und durch einen modernen Altar ersetzt. Die Holzfiguren der Muttergottes und der hll. Rochus und Cyprian aus dem frühen 18. Jahrhundert wurden 1993 gestohlen. Im Inneren befinden sich geschnitzte Figuren von 1999 und ein Andipendium (2004) von Michael Vogler/Gnadenberg.

 
     
     
  Kapelle St. Leonhard in Zaumberg

Zwischen 1432 und 1444 erbaute man vermutlich in Zaumberg eine erste Kapelle. Aus dieser zeit stammen mehrere spätgotische Heiligenfiguren eines Schreinaltares von hoher Qualität: eine Muttergottes, St. Leonhard und eine hl. Agatha. Eine zweite Kapelle wurde 1685 vom Konstanzer Bischof geweiht und 1788 abgebrochen. 1790 fand der Neubau der jetzigen Kirche statt und drei Jahre später die Weihe zu Ehren des hl .Leonhard. Der Altar (um 1660) stammt aus der alten Kapelle und ist mit Figuren aus der Mitte des 17.Jahrhunderts geschmückt. Das Altarbild stellt Maria als Himmelskönigin dar und wurde 1879 von L. Glötzle gemalt. Das Auszugsbild darüber stammt vom gleichen Künstler und zeigt Gottvater. Zur Innenausstattung gehören außerdem die Gedenktafeln der Zaumberger Brüder Andreas und Alois Schmid, die bedeutende Theologen ihrer Zeit und Wohltäter der Kirche waren.

 
     
     
  Marienkapelle in Reuter

Die heutige Kapelle wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Eine Vorgängerin soll etwas weiter unten am Berg gestanden haben. Ursprünglich war das kleine Gotteshaus dem Viehpatron St. Wendelin geweiht, aber nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung Marienkapelle üblich. Im Inneren der Kapelle findet man Figuren des hl. Joseph und Johannes des Täufers sowie Statuetten aus dem späten 17. Jahrhundert von der im Jahre 1953 entfernten Kanzel der Bühler Pfarrkirche.

 
     
     
  Kapelle St. Martin und Wendelin in Ratholz

1871 wurde unter der Leitung des Thalkirchdorfer Zimmermeisters Joseph AntonKeck der heutige Bau errichtet. Im gleichen Jahr erfolgte die Einweihung zu Ehren der hll. Martin und Wendelin. Aus der 1956 abgebrochenen Wendelinskapelle stammt eine hochbarocke Kreuzigungsgruppe, die hll. Barbara und Agatha sowie eine Glocke von 1685 mit Wappen der Herrschaft Königsegg. Am neugotischen Altar aus der Erbauungszeit befinden sich Holzfiguren der beiden Kirchenpatrone. Das Altarblatt stellt eine heilige Familie dar. Ein weiteres Element der Innenausstattung ist die Holzfigur des hl. Sebastian (um 1600) aus der Bühler Stephanskirche.

 
     
     
  Wallfahrtskirche Maria Loreto mit Anna Kapelle in Bühl

Bereits im 15. Jahrhundert stand in Bühl einen Kapelle, die den Schutzheiligen St. Stephan, St. Gallus und St. Ursula geweiht war. 1665 wurde der Abbruch der Kapelle auf Wunsch von Hugo Graf zu Königsegg-Rothenfels genehmigt. Da die Bühler Landschaft dem Sohn des Grafen an das Loreto Heiligtum in Ancona erinnerte, entstand die Idee, eine ähnliche Gnadenkapelle in der Heimat verehren zu können. Aufgrund der anwachsenden Pilgerzahlen wurde 1716 mit den Opfergeldern an der Westseite der Gnadenkapelle eine der Mutter Anna geweihte kleine Kirche mit zwei Altären angefügt. In den Altären mit Bildern aus dem Leben der Eltern Mariens liegen die heiligen Leiber der Märtyrer Crescentius und Candida. Das Verkündigungsbild über dem Eingang zur Loreto-Kapelle wurde von Graf Leopold Wilhelm von Königsegg gestiftet. In der Loreto-Kapelle befindet sich einklassizistischer Säulenaltar mit Figuren von Josef und Johannes dem Täufer. Der kostbare Altarschmuck besteht aus einer Scagliola-Tafel mit farbigen Floralmotiven (vgl. Chorgestühl in der St.Lorenz-Basilika in Kempten) und einer getreuen Kopie des Loreto Gnadenbildes. Die Wandfresken zeigen die Gottesmutter in ihrer Beziehung zu Christus. Über der Öffnung zur Anna-Kapelle ist ein Tafelkreuz mit Maria und Johannes zu erkennen. Da die Originalbilder in der Loreto-Kapelle in Ancona durch einen Brand zerstört wurden, stellen die getreuen Kopien in Bühl heute ein wichtiges kunstgeschichtliches Zeugnis dar.

 
     
     
  St. Sebastian in Trieblings

Die Sebastianskapelle wurde 1791 erbaut. Weihe- und Messerlaubnis wurden am 27. November 1798 erteilt. 1933 wurde der alten Form entsprechend eine neue Kapelle errichtet. Der Altar in Spätrokokoform stammt aus dem Jahr 1791 und enthält ein Bild des hl. Sebastian (1894). Zur Ausstattung gehören ebenfalls die Kreuzwegstationen (Öl auf Blech) mit profiliert ausgesägten Aufsätzen aus der Zeit der Kreuzwegerlaubnis (1798). Neben einer bäuerlichen Muttergottes und „Christus in der Rast" befinden sich auch die Pestheiligen Sebastian und Rochus in der Kapelle.

 
     
     
     
  Kapellen im Pfarrgebiet Rauhenzell  
     
     
  Maria Eich Kapelle

Die kleine Kapelle zu Ehren der Gottesmutter Maria stiftete Antonia Pappus vonTratzberg um 1775. 1822 wurde für ein gestiftetes Glöckchen ein Dachreiter errichtet. Bis zum 1. Weltkrieg war die Kapelle eine Zufluchtstätte von Müttern kranker Kinder. Der Altar des späten 19. Jahrhunderts ist mit einer kleinen Pietea aus Ton geschmückt.

 
     
   Textquelle: Kirchen Kapellen - Immenstadt, Stein, Missen-Wilhams